Ohrenschmerzen im Herbst: Warum kalte Luft und Wind den Ohren zusetzen
Schmerzende Ohren bei kaltem Wetter
Im Herbst gehören kühle Temperaturen und Wind zum Alltag. Manche Menschen spüren dabei schnell ein Ziehen oder Stechen an den Ohren. Andere bemerken vor allem während einer Erkältung ein unangenehmes Druckgefühl.
Doch warum reagieren die Ohren empfindlich auf Kälte? Und wann steckt hinter den Beschwerden mehr als der kühle Herbstwind? Entscheidend ist, zwischen einer Reaktion auf Kälte und einer Erkrankung des Ohres zu unterscheiden.
Warum können kalte Luft und Wind Ohrenschmerzen auslösen?
Die Ohren sind der Witterung besonders ausgesetzt. An der Ohrmuschel liegt die Haut dicht über dem Knorpel; eine isolierende Fettschicht fehlt dort weitgehend. Auch der Gehörgang ist mit empfindlicher, dünner Haut ausgekleidet. Kalte Luft und Wind könnten diese Bereiche deshalb rasch auskühlen und als unangenehm oder schmerzhaft empfunden werden.
Wind verstärkt den Wärmeverlust. Daher können sich die Ohren an einem windigen Herbsttag auch dann kalt anfühlen, wenn die Temperaturen noch deutlich über dem Gefrierpunkt liegen. Wie empfindlich jemand darauf reagiert, ist individuell verschieden. Eine feste Temperaturgrenze, ab der Ohrenschmerzen auftreten, gibt es nicht.
Verursacht Zugluft eine Ohrenentzündung?
„Ich habe Zug aufs Ohr bekommen“ ist eine geläufige Erklärung für Ohrenschmerzen. Medizinisch ist jedoch eine Unterscheidung wichtig: Ein Kältereiz ist nicht dasselbe wie eine Infektion.
Eine Gehörgangsentzündung entsteht häufig durch Bakterien, seltener durch Pilze. Begünstigt wird sie beispielsweise durch Feuchtigkeit oder kleine Verletzungen der Gehörgangshaut. Auch Hauterkrankungen können eine Rolle spielen. Kalte Zugluft allein ist deshalb keine ausreichende Erklärung für eine Gehörgangsentzündung.
Auch eine Mittelohrentzündung entsteht nicht einfach dadurch, dass Wind ins Ohr gelangt. Bei intaktem Trommelfell ist das Mittelohr vom äußeren Gehörgang getrennt. Hier spielen vor allem Infektionen im Nasen-Rachen-Raum eine Rolle.
Ohrenschmerzen bei Erkältung: Warum im Herbst auch Ohrendruck entsteht
Wenn Sie gleichzeitig Schnupfen oder eine verstopfte Nase haben, können die Beschwerden daran liegen, dass Ihr Mittelohr nicht richtig belüftet wird.
Es ist über die sogenannte Ohrtrompete, auch Eustachische Röhre genannt, mit dem Nasen-Rachen-Raum verbunden. Diese Verbindung ermöglicht den Druckausgleich. Schwellen die Schleimhäute während einer Erkältung an, kann ihre Funktion beeinträchtigt sein. Mögliche Folgen sind ein Druckgefühl, gedämpftes Hören oder Schmerzen. Sammelt sich Flüssigkeit hinter dem Trommelfell, kann sich im Zusammenhang mit dem Infekt auch eine Mittelohrentzündung entwickeln.
Für die Einordnung ist deshalb nicht nur wichtig, ob man draußen im Wind war, sondern auch, ob gleichzeitig Erkältungssymptome bestehen.
Ohren vor Kälte schützen: Was im Herbst sinnvoll ist
Um den direkten Einfluss von kalter Luft und Wind zu verringern, eignet sich eine Kopfbedeckung, die beide Ohrmuscheln vollständig bedeckt. Eine gut sitzende Mütze oder ein windabweisendes Stirnband kann den Wärmeverlust reduzieren. Entscheidend ist weniger die Dicke des Materials als ein zuverlässiger Schutz der Ohren, der auch bei Bewegung an seinem Platz bleibt.
Ein solcher Kälteschutz kann den Aufenthalt im Freien angenehmer machen.
Maßgefertigter Gehörschutz vom Hörakustiker: Worauf kommt es an?
Wer sich häufig draußen aufhält und einen individuell angepassten Ohrschutz sucht, kann sich beim Hörakustiker zu geeigneten Ausführungen beraten lassen. Maßgefertigter Gehörschutz wird an die persönliche Form des Ohres beziehungsweise des Gehörgangs angepasst. Welche Lösung sinnvoll ist, hängt vom Einsatzzweck ab: Lärmschutz, Schutz vor Wasser und Schutz vor direktem Luftzug stellen unterschiedliche Anforderungen.
Bei Hörwerk.Acusticum steht deshalb die Auswahl einer zum Alltag passenden Ausführung im Mittelpunkt. Nicht jeder Gehörschutz ist automatisch als Windschutz geeignet, und ein akustischer Filter bietet nicht zwangsläufig Schutz vor kalter Luft. Zudem bleibt die Ohrmuschel bei einem im Gehörgang getragenen Schutz unbedeckt. Auch die Wahrnehmung wichtiger Umgebungsgeräusche muss bei der Auswahl berücksichtigt werden.
Wann sollten Ohrenschmerzen im Herbst ärztlich abgeklärt werden?
Anhaltende Beschwerden sollten nicht als bloße Kälteempfindlichkeit abgetan werden. Ärztlicher Rat ist besonders wichtig, wenn die Schmerzen stärker werden, wiederholt auftreten oder anhalten, ohne sich zu bessern.
Zeitnah abgeklärt werden sollten Ohrenschmerzen insbesondere bei:
- Fieber oder deutlichem Krankheitsgefühl
- Flüssigkeit oder eitrigem Ausfluss aus dem Ohr
- neu auftretender Hörminderung
- Schwellungen oder Rötungen rund um das Ohr
- starkem Schwindel oder ausgeprägten Schmerzen
Wenn Sie plötzlich deutlich schlechter hören, lassen Sie das bitte umgehend ärztlich abklären, auch wenn das Ohr nicht wehtut. Bei der Untersuchung werden Gehörgang und Trommelfell geprüft. Dabei lässt sich oft schon erkennen, ob eine Entzündung vorliegt oder das Mittelohr nicht richtig belüftet wird. Falls nötig, folgen weitere Untersuchungen, um die Ursache zu finden.
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