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Sommerfeste und Gehörschutz

Wann wird Musik zu laut?

Ein warmer Abend, eine Bühne auf dem Marktplatz und Musik, die bis in die letzte Reihe zu hören ist: Für viele gehört genau das zum Sommer. Meist macht sich in diesem Moment niemand Gedanken darüber, wie laut es vor den Lautsprechern tatsächlich ist.

Erst später, auf dem Heimweg oder im ruhigen Schlafzimmer, fällt ein Pfeifen auf. Manchmal klingen Stimmen plötzlich gedämpft oder die Ohren fühlen sich an, als wären sie mit Watte verschlossen. Am nächsten Morgen ist häufig alles wieder normal. Trotzdem zeigt der Körper damit deutlich, dass die Lautstärke zu viel war.

Auch ein kleines Sommerfest kann ziemlich laut werden

Bei einem großen Festival rechnet man mit hoher Lautstärke. Ein Straßenfest, Vereinsfest oder eine Open-Air-Veranstaltung wirkt dagegen oft harmloser. Steht die Bühne dicht an den Tischen oder läuft die Musik mehrere Stunden, kommt jedoch einiges zusammen.

Entscheidend sind vor allem drei Punkte:

  • Wie laut ist die Musik?
  • Wie lange bleiben Sie in diesem Bereich?
  • Wie nah stehen oder sitzen Sie an den Lautsprechern?

Je höher die Lautstärke und je länger der Aufenthalt dauert, desto stärker wird das Gehör beansprucht. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt Veranstaltern unter anderem feste Lautstärkegrenzen, eine laufende Kontrolle der Schallpegel, Ruhebereiche und leicht zugänglichen Gehörschutz. Für Veranstaltungen mit verstärkter Musik sieht der Standard einen durchschnittlichen Höchstwert von 100 Dezibel über 15 Minuten vor. Auch bei diesem Wert spielen Aufenthaltsdauer und persönliche Hörpausen eine wichtige Rolle. 

Woran merken Sie, dass es zu laut ist?

Eine Dezibelanzeige hat auf dem Sommerfest kaum jemand dabei. Der eigene Alltag liefert jedoch einige deutliche Hinweise.

Die Lautstärke ist wahrscheinlich zu hoch, sobald Sie:

  • Ihrem Gegenüber direkt ins Ohr sprechen müssen
  • Gespräche trotz geringer Entfernung kaum verstehen
  • Druck oder ein unangenehmes Gefühl in den Ohren bemerken
  • nach einiger Zeit gereizt oder erschöpft reagieren
  • die Musik als körperlich unangenehm empfinden

Pfeifen, Rauschen oder ein dumpfes Hörgefühl nach der Veranstaltung sollten ebenfalls ernst genommen werden. Solche Beschwerden können vorübergehen, zeigen aber, dass das Gehör stark beansprucht wurde.

Abstand zu den Lautsprechern macht einen Unterschied

Der Platz direkt vor der Bühne klingt zunächst verlockend. Dort trifft jedoch besonders viel Schall auf das Gehör. Schon einige Meter Abstand können die Belastung spürbar verringern.

Bei Sommerfesten lohnt sich deshalb ein kurzer Blick auf die Umgebung. Ein Tisch seitlich von der Bühne ist oft angenehmer als ein Platz unmittelbar vor einer Lautsprecherbox. Auch bei Konzerten muss der beste Blick auf die Bühne nicht automatisch der lauteste Platz sein.

Spätestens bei einem unangenehmen Druckgefühl ist es Zeit, den Standort zu wechseln.

Hörpausen gehören zu einem langen Abend dazu

Mehrere Stunden Musik ohne Unterbrechung fordern das Gehör. Eine kurze Pause in einem ruhigeren Bereich gibt den Ohren Gelegenheit, sich zu erholen.

Dafür reicht häufig schon ein kleiner Spaziergang über das Festgelände oder eine Unterhaltung abseits der Bühne. Das Umweltbundesamt empfiehlt nach hohen Lautstärken ausreichend lange Ruhezeiten bei niedrigen Schallpegeln. 

Solche Pausen sind besonders sinnvoll, wenn bereits ein Tinnitus, eine Geräuschempfindlichkeit oder eine Hörminderung besteht.

Welcher Gehörschutz eignet sich für Musik?

Viele Menschen verbinden Ohrstöpsel mit einem dumpfen Klang. Stimmen werden undeutlich, die Musik verliert an Klarheit und nach kurzer Zeit drücken die Stöpsel. Das liegt häufig an der Art des Gehörschutzes oder an einem ungünstigen Sitz.

Für Musikveranstaltungen stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung.

Schaumstoffstöpsel

Einfache Schaumstoffstöpsel können die Lautstärke deutlich reduzieren. Sie sind günstig, passen in jede Tasche und eignen sich gut als spontane Lösung. Der Klang verändert sich jedoch häufig, weil verschiedene Frequenzen unterschiedlich stark gedämpft werden.

Damit sie zuverlässig schützen, müssen die Stöpsel richtig eingesetzt werden. Ein halb herausgerutschter Stöpsel bietet deutlich weniger Schutz.

Universelle Ohrstöpsel mit Musikfilter

Musikstöpsel mit Filter reduzieren die Lautstärke gleichmäßiger. Dadurch bleiben Stimmen und Instrumente meist klarer als mit einfachem Schaumstoff. Für gelegentliche Konzerte oder Sommerfeste können sie eine praktische Lösung sein.

Der Sitz hängt allerdings von der Form des Gehörgangs ab. Drückt der Stöpsel oder lockert er sich beim Sprechen und Kauen, wird er häufig schon nach kurzer Zeit herausgenommen.

Maßgefertigter Gehörschutz

Maßgefertigter Gehörschutz wird anhand eines Abdrucks individuell für die Ohren hergestellt. Er sitzt sicher und kann auch über mehrere Stunden angenehm getragen werden.

Spezielle Musikfilter senken die Lautstärke möglichst gleichmäßig über verschiedene Frequenzbereiche. Musik, Gespräche und Durchsagen bleiben dadurch natürlicher hörbar. Je nach Veranstaltung und persönlichem Bedarf stehen unterschiedliche Filterstärken zur Verfügung.

Für Menschen, die regelmäßig Konzerte, Festivals, Clubs oder andere laute Veranstaltungen besuchen, kann eine solche Lösung besonders sinnvoll sein.

Gehörschutz gehört von Anfang an ins Ohr

Viele setzen ihre Ohrstöpsel erst ein, sobald die Lautstärke unangenehm wird. Zu diesem Zeitpunkt war das Gehör häufig schon eine ganze Weile starkem Schall ausgesetzt.

Besser ist es, den Gehörschutz gleich zu Beginn zu tragen. So gewöhnt sich das Gehör an den leicht veränderten Klang und die Lautstärke bleibt über den gesamten Abend auf einem angenehmeren Niveau.

Bleibt der Gehörschutz während der Musik im Ohr, entfällt außerdem der ständige Wechsel zwischen sehr laut und deutlich leiser.

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Was gilt für Kinder auf Sommerfesten?

Kinder können die Lautstärke einer Veranstaltung noch schwer einschätzen. Sie bleiben beim Spielen manchmal direkt neben einer Lautsprecherbox stehen oder bemerken erst spät, dass ihnen die Musik unangenehm wird.

Ein passender Kapselgehörschutz kann bei Konzerten, Feuerwerken und lauten Festen eine unkomplizierte Lösung sein. Wichtig sind ein guter Sitz und ein Modell, das zur Größe des Kindes passt. Zusätzlich sollten Erwachsene darauf achten, ausreichend Abstand zu Lautsprechern zu halten und regelmäßig ruhigere Bereiche aufzusuchen.

Gehörschutz ersetzt bei sehr hoher Lautstärke keine Pausen. Für Kinder gilt das ganz besonders.

Pfeifen im Ohr nach dem Fest: Was ist jetzt sinnvoll?

Nach einem lauten Abend braucht das Gehör Ruhe. Kopfhörer, laute Musik im Auto und weitere geräuschintensive Situationen sollten zunächst vermieden werden.

Halten ein Pfeifen, ein dumpfes Hörgefühl oder eine Hörminderung an, ist eine zeitnahe HNO-ärztliche Abklärung sinnvoll. Ein plötzlich deutlich schlechteres Hörvermögen sollte umgehend untersucht werden. Auch wiederkehrende Beschwerden nach Veranstaltungen sind ein guter Anlass für einen Hörtest.

Aktuelle Hinweise zur Vorbeugung lärmbedingter Hörschäden und zu möglichen Warnzeichen bietet auch das CDC zum Schutz vor lärmbedingtem Hörverlust.

Gehörschutz für Sommerfeste, Konzerte und Festivals

Der passende Gehörschutz sollte zur Veranstaltung, zur gewünschten Dämmung und zur Form Ihrer Ohren passen. Bei Hörwerk.Acusticum in Hochheim und Bischofsheim beraten wir Sie zu verschiedenen Lösungen und fertigen auf Wunsch einen individuellen Gehörschutz mit Musikfilter an.

So können Sie Live-Musik weiterhin klar erleben und Ihr Gehör bei langen, lauten Sommerabenden zuverlässig schützen.

Gehörschutz Beratung