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Ohrpflege und Ohren richtig reinigen – Ohrenschmalz sicher entfernen

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Ohr und Gehörgang – warum dieser empfindliche Bereich besondere Aufmerksamkeit braucht

Oft wird sofort zum Wattestäbchen gegriffen, wenn sich das Ohr ungewohnt anfühlt. Ein dumpfer Klang, ein leichtes Druckgefühl oder der Eindruck, dass etwas im Gehörgang steckt. Also schnell ins Bad und die Ohren reinigen. Was logisch klingt, ist für das Ohr oft genau das Gegenteil von hilfreich.

Der Gehörgang gehört zu den empfindlichsten Bereichen des Körpers. Seine Haut ist sehr dünn und liegt direkt über wichtigen Strukturen wie dem Trommelfell. Schon kleine Reibungen oder Druck können diese Haut reizen. Gelangen anschließend Bakterien in den Gehörgang, können Entzündungen entstehen.

Viele Probleme entstehen deshalb genau dann, wenn Menschen versuchen, ihre Ohren besonders gründlich zu reinigen. Dabei besitzt das Ohr eigentlich einen eigenen Mechanismus, der Schmutz und Ohrenschmalz selbstständig nach außen transportiert.

Ohrenschmalz im Ohr – warum es eine wichtige Schutzfunktion hat

Ohrenschmalz hat keinen guten Ruf. Viele verbinden damit Schmutz oder mangelnde Hygiene. Tatsächlich erfüllt diese Substanz im Ohr mehrere wichtige Aufgaben. Fachleute nennen Ohrenschmalz Cerumen.

Ohrenschmalz wird von kleinen Drüsen im äußeren Bereich des Gehörgangs produziert und bildet eine natürliche Schutzschicht im Ohr.

Diese Schutzschicht erfüllt mehrere Funktionen
  • hält die Haut im Gehörgang geschmeidig
  • verhindert, dass die Haut austrocknet
  • Staub und kleine Partikel bleiben daran haften
  • Bakterien vermehren sich schlechter

Damit wirkt Ohrenschmalz wie ein natürlicher Filter. Fremdstoffe bleiben daran hängen und werden später wieder aus dem Gehörgang transportiert.

Eine kleine Menge Ohrenschmalz gehört deshalb zu einem gesunden Ohr dazu.

Selbstreinigung im Ohr – wie der Gehörgang sich von allein reinigt

Der Gehörgang besitzt einen erstaunlich effektiven Selbstreinigungsmechanismus. Ohrenschmalz wandert dabei langsam vom Inneren des Gehörgangs nach außen.

Eine wichtige Rolle spielen Bewegungen des Kiefers. Beim Kauen, Sprechen oder Gähnen bewegt sich die Haut im Gehörgang minimal. Diese Bewegung schiebt Ohrsekret Schritt für Schritt Richtung Ausgang.

Dort trocknet das Schmalz und fällt häufig von selbst heraus.

Solange dieser Prozess funktioniert, muss niemand seine Ohren reinigen.

Probleme entstehen meist erst dann, wenn Gegenstände in den Gehörgang eingeführt werden. Dadurch wird Ohrenschmalz oft tiefer ins Ohr gedrückt.

Verstopfte Ohren durch Ohrenschmalz – typische Anzeichen

Manche Menschen produzieren mehr Ohrenschmalz als andere. Manchmal ist das Ohrenwachs auch besonders fest. Dann kann sich im Ohrbereich ein Pfropf bilden.

Dieser blockiert teilweise den Schallweg im Ohr.

Typische Anzeichen sind:

  • dumpfes oder gedämpftes Hören
  • Gefühl von Druck im Ohr
  • Gefühl, als wäre etwas im Ohr
  • vorübergehendes Pfeifen oder Rauschen
  • zeitweise verstopfte Ohren

Viele beschreiben das Gefühl, als hätten sie Watte im Ohr.

Wattestäbchen verstopfen Ohren
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Ohrkerzen zur Ohrreinigung
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Weitere Risiken bei falscher Ohrenreinigung

Neben Wattestäbchen gibt es noch andere Methoden, die häufig als besonders sanfte Ohrenreinigung beworben werden. Dazu gehören zum Beispiel Ohrkerzen.

Bei dieser Methode wird eine hohle Kerze ins Ohr gesteckt und angezündet. Angeblich soll dadurch Ohrenschmalz aus dem Gehörgang gezogen werden.

Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen jedoch, dass dieser Effekt nicht funktioniert. Stattdessen können Wachsreste der Kerze ins Ohr gelangen. Zusätzlich besteht die Gefahr von Verbrennungen durch Hitze oder Asche.

Auch starke Spülungen mit hohem Wasserdruck können problematisch sein. Gelangt Wasser tief in den Gehörgang, kann sich dort ein feuchtes Milieu bilden. Bakterien vermehren sich dann besonders leicht.

Schonende Methoden bleiben deshalb immer die bessere Wahl.

Ohren richtig reinigen – schonende Methoden für zuhause

In den meisten Fällen braucht das Ohr kaum Pflege.

Beim Duschen gelangt automatisch etwas lauwarmes Wasser an den Eingang des Gehörgangs. Das reicht häufig aus, um kleine Rückstände zu lösen.

Danach genügt ein weiches Handtuch, um die Ohrmuschel vorsichtig abzutrocknen.

Wichtig ist dabei:

  • nichts tief ins Ohr stecken
  • nicht stark reiben
  • nur den äußeren Bereich reinigen

Bei besonders festem Ohrenschmalz können Tropfen aus der Apotheke helfen. Sie machen Cerumen weicher, sodass es leichter aus dem Gehörgang herauswandern kann.

Gesunde Ohren – warum sanfte Ohrenreinigung langfristig besser funktioniert

Gesunde Ohren brauchen erstaunlich wenig Pflege. Der wichtigste Schritt besteht darin, die natürlichen Abläufe im Ohr nicht zu stören.

Der Gehörgang besitzt eine eigene Selbstreinigung. Ohrenschmalz schützt die Haut und hält Bakterien fern. Wird dieser Mechanismus respektiert, bleiben viele Probleme gar nicht erst entstehen.

Sanfte Reinigung der Ohrmuschel reicht meistens aus. Bei Bedarf können Tropfen aus der Apotheke helfen, festes Cerumen zu lösen.

Wenn Beschwerden auftreten oder das Hörvermögen plötzlich nachlässt, sollte jedoch immer ein HNO-Arzt einen Blick ins Ohr werfen.

So bleibt das Ohr geschützt – und gutes Hören selbstverständlich.

Hörsystem und Ohrenschmalz – besondere Ohrpflege bei Hörgeräten

Menschen mit Hörgerät sollten ihre Ohren etwas genauer im Blick behalten. Das Gerät sitzt direkt am Eingang des Gehörgangs und verändert dort die Luftzirkulation.

Dadurch kann sich Ohrenschmalz schneller ansammeln.

Zusätzlich kann Cerumen kleine Öffnungen im Hörgerät blockieren. Das beeinträchtigt die Klangqualität und kann das Hörvermögen verschlechtern.

Deshalb gehört zur Hörgerätepflege:

  • regelmäßige Reinigung
  • Kontrolle auf Ohrenschmalz
  • regelmäßiger Filterwechsel

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FAQ – Häufige Fragen zur Ohrenpflege

Ist Ohrenschmalz schädlich?

Nein. Ohrenschmalz schützt den Ohrkanal vor Austrocknung, Bakterien und Schmutz.

Warum sind Wattestäbchen problematisch?

Sie schieben Ohrenschmalz oft tiefer in den Gehörgang und können die empfindliche Haut verletzen.

Wie kann ich meinen Ohrenschmalz entfernen?

Der Gehörgang reinigt sich normalerweise selbst. Am äußeren Ohr reicht es, beim Duschen etwas Wasser heranzulassen und die Ohrmuschel anschließend mit einem weichen Tuch zu trocknen.

Wie oft sollte man Ohrenschmalz entfernen?

Es reicht, die Ohrmuschel beim Waschen zu reinigen. Nur wenn sich viel Ohrenschmalz ansammelt oder das Ohr verstopft wirkt, sollte es entfernt oder von einem HNO-Arzt kontrolliert werden.

Wie kriege ich den Ohrenschmalz raus?

Reinigen Sie nur die Ohrmuschel mit Wasser und einem weichen Tuch. Bei festem Ohrenschmalz können Ohrentropfen helfen. Wenn das Ohr verstopft bleibt, sollte ein HNO-Arzt das Ohrenschmalz entfernen.

Was sagt Ohenschmalz über die Gesundheit aus?

Ohrenschmalz ist normalerweise ein Zeichen für ein gesundes Ohr.

Veränderungen in Menge, Farbe oder Konsistenz können jedoch auf Reizungen, Entzündungen oder eine stärkere Produktion von Ohrenschmalz hinweisen.

Was ist der Grund für viel Ohrenschmalz?

Viel Ohrenschmalz entsteht meist durch eine stärkere Produktion der Ohrdrüsen. Auch ein enger Gehörgang, häufiges Reinigen der Ohren oder das Tragen von Hörgeräten kann dazu führen, dass sich mehr Ohrenschmalz im Ohr ansammelt.